News und Aktuelles - Verein Vielfalt - Verein zur Unterstützung und Vernetzung von LGBTIQ+ und Regenbogenfamilien

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Vom 5.-6.12.2017 traffen sich Vertreter der Zivilgesellschaft (NGOs) aus vielen Ländern des OSZE-Raums in Wien zur OSCE Parallel Civil Society Conference 2017. Es wurden dabei viele Empfehlungen an die OSZE finalisiert, die in der "Vienna Declaration" zusammengefasst sind.

Unter vielen anderen, sehr wichtigen Empfehlungen zur Umsetzung bzw. Einhaltung der Menschenrechte ("menschliche Dimension"), wurden dabei von der Civic Solidarity Platform (CSP), die ein Zusammenschluss zahlreicher NGOs aus dem OSZE-Raum ist, auch das sogenannte "levelling up" (Ausweitung des Diskriminierungsschutzes (auch) für LGBTIQ ausserhalb der Arbeitswelt) und eine intensive Zusammenarbeit der Politik mit NGOs dringend empfohlen. So heisst es dort:

"
To date, effective legal tools to combat discrimination are still absent in the private sector, including the access to and supply of goods and services on grounds of religion, sexual orientation or age. Furthermore, the options available to sanction offenders are insuffcient. Therefore, a comprehensive legal anti-discrimination package that streamlines state and federal laws should be developed in consultation with NGOs." (Seite 59)
17.7.2017

Offener Brief an Professor Kutschera (Uni Kassel) bezüglich seiner abstrusen Aussagen in einem Interview mit dem Onlineportal kath.net:

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Artikel Ihres Herrn Professor Kutschera vom 5. Juli (veröffentlicht auf kath.net) bezüglich Eheöffnung für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland sprengt alles bisher Dagewesene bei weitem!

Als Vertretung zahlloser gleichgeschlechtlich L(i)ebender Menschen widersprechen wir Herrn Kutschera entschieden und wundern uns darüber,
dass eine renommierte Universität derartiges überhaupt zulässt, ohne sich dabei öffentlich von diesen Aussagen zu distanzieren.

Zitate aus dem Artikel (Kutschera):

"Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen."

"Da lesbische Frauen in verstärktem Maße zur Pädophilie neigen, ergeben sich dort analoge Probleme."

"Betrachten wir ein Homo-Männerpaar mit Adoptivsohn im Detail. Mit 95 %iger Wahrscheinlichkeit ist der adoptierte Jüngling heteronormal veranlagt und daher mit einer erblich fixierten (instinktiven) Homophobie ausgestattet. Wie soll er dieses evolutionäre Erbe, verbunden mit einer massiven emotionalen Abscheu dessen, was er täglich mit ansehen muss, überwinden?"

Erstaunlich für uns, dass die Leitung der Universität derartige Unsinnigkeiten ihrer Professoren toleriert. Sie stellen keine Meinung dar, sondern lassen (Aufgrund der Professur des Herrn Kutschera) die Öffentlichkeit darauf schließen, dass es sich hier um wissenschaftliche Erkenntnisse handelt. Davon müsste die Universität ihrerseits öffentlich Abstand nehmen, da dieser Artikel höchstens die eigene, internalisierte Homophobie des Herrn Prof. Kutschera wiedergibt.

Bitte nennen Sie uns die wissenschaftlichen Quellen für folgende, von Herrn Kutschera öffentlich aufgestellten Behauptungen:

Lesbische Frauen neigen in verstärktem Maße zur Pädophilie.
Homophobie ist erblich.
Adoptivsöhne haben eine erbliche Abscheu gegen die Homosexualität ihrer schwulen Väter.
Homosexuelle sind Pädophile und missbrauchen Kinder.


Da wir leider nicht über die direkte Mailadresse von Herrn Professor Kutschera verfügen, bitten wir Sie, diese Email auch an Ihn weiter zu leiten.

Mit bestem Dank in Erwartung Ihrer Nachricht verbleibend

Sven Alexander Hofer
Obmann Verein Vielfalt
Vorstandsvorsitzender CSD Bregenz
Initiativen-Leitung STOP! Hate Crime & Speech Austria


Update 21.7.2017:

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin - VBIO e.V. Deutschland distanziert sich explizit von den Behauptungen und Aussagen des Herrn Professor Kutschera!

Aufgrund der Aussagen des Herrn Professor Kutschera zur Eheöffnung in Deutschland hat der Verein Vielfalt den Professor mehrfach per Email gebeten, wissenschaftlichen Beweise für seine beleidigenden, herabwürdigenden und schlicht unglaublichen Behauptungen gegen gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu nennen. Diese konnte er bis dato nicht erbringen. In seiner letzten Nachricht an uns (von heute, Freitag, 21.7.2017) teilte er mit, er habe sich an den Deutschen Biologenverband gewandt mit der Bitte, ihm mitzuteilen, ob er irgendwo falsch liege. Beweise für seine Behauptungen hat er erneut nicht erbracht, woraufhin der Verein Vielfalt eine dringende Anfrage an den Präsidenten des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin - VBIO e.V. Deutschland gerichtet hat.

Der Präsident des Verbandes im Wortlaut:

„Der VBIO distanziert sich ganz explizit von verschiedenen Äußerungen des Vorsitzenden des AK Evolutionsbiologie, Prof. Dr. Ulrich Kutschera, die mit dem Leitbild des VBIO nicht vereinbar sind.“

Und weiter heißt es in der heute an uns ergangenen Email des Präsidenten, dass der VBIO, unabhängig von einzelnen Studienergebnissen und deren Relevanz der Ansicht ist, dass unmittelbar und bewusst gesetzte beleidigende Kommentare, wie sie in letzter Zeit von Prof. Dr. Ulrich Kutschera geäußert wurden, in der Wissenschaft nichts verloren haben.

6. Juli 2017
Offener Brief an den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner

Sven Alexander Hofer
Vorstandsvorsitzender Verein CSD Bregenz

An den
Vorarlberger Landeshauptmann
Mag. Markus Wallner (ÖVP) 6. Juli 2017

OFFENER BRIEF

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Wallner,
bezugnehmend auf Ihre, von diversen Medien (unter anderem Vol.at - veröffentlicht am 3. Juli 2017), im
Zusammenhang mit der Frage der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, zitierten Aussagen(1):

„Der Staat muss ein ureigenes Interesse daran haben, dass auch Kinder gezeugt werden können“ und
dass dies somit das "ureigenste Interesses eines Staates und einer Gesellschaft, die überleben will" sei,
sowie in Bezug auf die heutige Debatte über Ihre Aussagen im Vorarlberger Landhaus (in der aus
nachfolgendem Brief bereits zitiert wurde), erlaube ich mir, Ihnen hiermit dessen Wortlaut zu übermitteln:

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Wallner,
Sie sprechen mit dieser Aussage sowohl homosexuellen Paaren als auch kinderlosen, heterosexuellen
Paaren die Ehe mittels des Arguments der Zeugungsunfähigkeit (oder Unwilligkeit) kategorisch ab und
unterstellen gleichzeitig ALLEN kinderlosen Paaren in Österreich, sich nicht am Erhalt der Gesellschaft
zu beteiligen!

Herr Landeshauptmann, die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nimmt niemandem etwas
weg und sie gefährdet weder die Gesellschaft noch deren Erhalt, denn heterosexuelle Menschen werden
nach wie vor weiterhin Kinder zeugen so wie bisher. Nebenbei bemerkt geht das sogar unabhängig von
der Ehe – auch bei heterosexuellen Paaren: Es gibt schon jetzt Kinder neben einer Ehe, ohne eine Ehe, vor
einer Ehe, nach einer Ehe, …

Sie können, sollte dennoch die Befürchtung bestehen, dass heterosexuelle Paare (nach der Öffnung der
Ehe für gleichgeschlechtliche Paare) weniger Kinder zeugen werden, in ALLEN Ländern, die bisher die Ehe
gleichgeschlechtlichen Paaren geöffnet haben, feststellen, dass deren Gesellschaften bisher NICHT
zusammengebrochen, untergegangen oder ausgestorben sind.

Ihre Argumentation und Aussage kann somit allerhöchstens dem Schüren einer diskriminierenden Haltung
innerhalb der demokratischen Gesellschaft Österreichs und dem Erzeugen von Ablehnung und Hass gegen
Minderheiten dienen, denn sie eignet sich einzig zur Erniedrigung ALLER kinderlosen (Ehe-)Paare, denen
Sie mit Ihrer Aussage unterstellen, nicht zum Erhalt der Gesellschaft beizutragen. Darüber hinaus kann sie
nur als Beleidigung für alle jene (hetero- wie homosexuelle) Menschen gewertet werden, die täglich zur
Arbeit gehen (auch dann, wenn sie keine Kinder gezeugt haben), ihre Steuern zahlen (und auf diese Weise
die Gesellschaft erhalten, auch dann, wenn sie keine Kinder gezeugt haben) oder sich für eine saubere
Umwelt einsetzen (auch das geht ohne Kinder und verhilft zu einer Umwelt, in der die Gesellschaft
weiterhin existieren kann), etc.

Nicht nur Kinder tragen zum Erhalt einer Gesellschaft bei, auch vieles andere ist dafür notwendig, das von
(hetero- wie homosexuellen) Menschen geleistet wird, die Sie (und Ihre Partei) offenkundig und
unablässig erniedrigen, diskriminieren und ausgrenzen!

Wir fordern Sie daher auf, diese Aussage umgehend und nachhaltig zurück zu nehmen und sich darauf zu
besinnen, was letzendes eine Gesellschaft, in der die Menschen gerne leben wollen, ausmacht und erhält.
Das sind, über die Fähigkeit gemeinsam Kinder zeugen zu können (oder zu wollen) hinaus, auch Dinge wie:
Respekt, Anerkennung ALLER Menschen als eigenständige Individuen, Freiheit, Menschenrechte, Würde
und Achtung, Integrität, und viele weitere.

Hier ist eine Entschuldigung mehr als angebracht Herr Landeshauptmann, nicht nur bei den homosexuellen
Menschen der Gesellschaft, in der auch Sie selbst leben, sondern auch bei ALLEN kinderlosen Paaren und
ALLEN anderen Menschen, die eine Ehe eingehen möchten, aber Ihrer Argumentation nach dieser nicht
würdig genug sind, weil Sie keine Kinder bekommen können (oder wollen) und somit – Ihrer
Argumentation folgend - die Gesellschaft nicht erhalten.

Liebe reicht in der Regel aus, um eine Ehe zu schließen. Auch wenn unsere Gesellschaft sicherlich eine
Gesellschaft ist, in der es um Leistung und Produktivität geht, so ist die Ehe doch wenigstens noch ein
Bereich, der davon unberührt geblieben ist. Menschen heiraten, weil sie sich lieben, nicht weil sie
„produktiv“ sein wollen und die Gesellschaft mittels Kindern erhalten wollen.

Kinder sind ein Geschenk, das man in einer Ehe haben kann oder nicht, sie sind aber nicht (oder schon
lange nicht mehr, wir erinnern, es ist das Jahr 2017 in dem wir leben) das Kriterium, nachdem Menschen
heute eine Ehe schließen.

Ich habe einen Sohn aus einer vorangegangenen Ehe Herr Landeshauptmann, habe also somit die von
Ihnen proklamierte Pflicht, die „Gesellschaft zu erhalten“ sicherlich erfüllt und lade Sie hiermit herzlich
dazu ein, mich und meinen Partner sowie unseren Sohn kennen zu lernen, so können Sie sehen, dass auch
wir FAMILIE sind und wir – und damit auch unser Sohn – den „besonderen Schutz“, von dem Sie unentwegt
sprechen, ebenso mehr als nur verdient haben.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Alexander Hofer
Vorstandsvorsitzender Verein CSD Bregenz
Obmann Verein Vielfalt

In Vertretung vieler Vorarlberger LGBTIQ Vereine …und vieler kinderloser, heterosexueller Menschen

(1) http://www.vol.at/lh-markus-wallner-gegen-ehe-fuer-alle-es-muessen-kinder-gezeugt-werden-koennen/5355700
20. April 2017

Liebe Mitglieder, liebe Unterstützer, liebe Freunde vom Verein Vielfalt!

Wir freuen uns, bekannt geben zu dürfen, dass der Verein Vielfalt mit heutigem Tag in das Nationale No Hate Speech Komitee Österreich aufgenommen wurde!

"Wir werden uns im Komitee für die Interessen der LGBTIQ+ Community im Zusammenhang mit Hass und Gewalt gegen LGBTIQ+ Personen in Österreich auf nationaler und EU Ebene einsetzen, die Initiative "STOP! Hate Crime & Speech Austria" an das Komitee und die heimische Politik herantragen und freuen uns ganz besonders auf die Zusammenarbeit mit den österreichischen Ministerien und allen Mitgliedern des Komitees!"

Sven Alexander Hofer
Obmann Verein Vielfalt
Leitung der "STOP! Hate Crime & Speech Austria" Initiative
Vorstandsvorsitzender CSD Bregenz PRIDE

Verein Vielfalt startet die österreichweite Initiative

STOP! Hate Crime & Speech Austria


14. Dezember 2016

Wir freuen uns sehr, den derzeitig amtierenden Präsidenten des österreichischen Bundesrates,
Herrn Mario Lindner
als Mitglied im Verein VIELFALT begrüßen zu dürfen!

„Österreich ist ein buntes Land – Vielfalt zeichnet uns aus.
Gerade deswegen braucht es Vereine und Organisationen,
die sich für ein friedliches Miteinander
und gegen Diskriminierung einsetzen.
Jeder Mensch in unserem Land muss dieselben Chancen auf ein glückliches und erfülltes Leben haben,
egal wie er sich definiert oder wen er liebt. Und dafür kämpfen wir gemeinsam!"


Bundesratspräsident Mario Lindner


Willst auch du uns unterstützen und Mitglied werden? Hier klicken und Formular ausfüllen...


22. September 2016

In einem Vernetzungstreffen haben heute
FAmOS Obfrau Barbara Schlachter-Delgado und
Vielfalt Obmann Sven Alexander Hofer die Weichen für eine Kooperation der beiden Vereine gestellt.

Der Verein Vielfalt wird als Kooperationspartner für FAmOS Österreich in Westösterreich Ansprechpartner sein und gemeinsam mit FAmOS verschiedene Veranstaltungen von und für Regenbogenfamilien in Vorarlberg und Tirol organisieren.
Auch ein Beratungsangebot für Regenbogenfamilien und LGBTIQ+ mit Kinderwunsch wird der Verein Vielfalt
in Zukunft in Westösterreich realisieren. Wir freuen uns sehr auf viele tolle und gemeinsame Aktionen!

Ansprechpartner im Verein Vielfalt für Regenbogenfamilien, aber auch für LGBTIQ+ mit Kinderwunsch, ist Magdalena Rosenkranz. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen findest Du hier.
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